Kadlec ''Wir sind wieder aufgestanden''
Aus Polen berichtet Mathias Frohnapfel
Warschau - Michal Kadlec ist hart im Nehmen.
Im EM-Viertelfinale krachte der tschechische Nationalspieler mit seinem Keeper Petr Cech zusammen, der ihm in die Rippen rauschte .
Minutenlang musste der Abwehrspieler von Bayer Leverkusen behandelt werden, biss aber auf die Zähne und machte weiter.
Jedoch: Die 0:1-Niederlage gegen Portugal vermochte er nicht zu verhindern.
Nach einer langen Saison und EM geht es für den 27-Jährigen jetzt in den Urlaub, der zugleich der Erholung nach der Rippenprellung dienen dürfte.
Im SPORT1-Interview lässt der Blondschopf die EM Revue passieren und spricht über Trainer Michal Bileck sowie seine künftige Rolle in Leverkusen .
SPORT1: Herr Kadlec, Tschechien muss sich von der EM verabschieden. Hat die Power gefehlt, um Portugal auch in der zweiten Hälfte so Paroli zu bieten wie zu Beginn?
Michal Kadlec: Wir haben alles versucht, leider hat es nicht gereicht, man kann niemanden einen Vorwurf machen. Es ist bitter, dass wir es nicht geschafft haben. Mit ein paar Tagen Abstand, denke ich, kann man dann positiv zurückblicken.
SPORT1: Was lässt sich Positives aus der EM für die Weiterentwicklung der Mannschaft mitnehmen?
Kadlec: Nach dem ersten Spiel (der 1:4-Pleite gegen Russland, Anm. d. Red.) hatten uns schon alle abgeschrieben, doch wir sind zurückgekommen und wieder aufgestanden. Wir haben auch die erste Hälfte gegen Portugal ausgeglichen gestaltet. In der WM-Qualifikation haben wir mit Italien und Dänemark sehr schwere Gegner, doch es ist in unserer Macht, sie zu schlagen.
SPORT1: War die EM auch eine Bestätigung für Trainer Michal Bilek, der schon in der Qualifikation stark kritisiert wurde?
Kadlec: Bestimmt, schon nach dem ersten Spiel wurde er kritisiert nach unserer Heimniederlage gegen Litauen. Wir haben es aber immer wieder gedreht, sind bei der EM bis ins Viertelfinale gekommen. Das hätte uns wohl keiner zugetraut. Wir halten am Trainer fest und hoffen, dass sich die Fans gedreht haben. Nach der Vorrunde gab es keine Pfiffe mehr und uns freut es, dass der Trainer seinen Vertrag verlängert hat.
SPORT1: Sie spielten während der EM für Tschechien als Innenverteidiger, bei Bayer Leverkusen werden Sie auf der Aussenbahn eingesetzt. Welche Rolle gefällt Ihnen besser?
Kadlec: Man muss schauen, wie der Trainer plant. Ich habe gelesen, dass ich eher auf aussen gebraucht werde. Wir haben in Leverkusen, glaube ich, genug Innenverteidiger, aber nicht so viele Linksverteidiger. Mal abwarten.
SPORT1: Sie haben bei einem Zusammenprall mit Ihrem Torwart Petr Cech einen Schlag in die Rippen abbekommen. Wie geht es Ihnen jetzt?
Kadlec: Ich glaub, das ist eine Rippenprellung, so richtig tut das erst in den Tagen danach weg. Ich kenne das Gefühl, es ist nicht gut, morgens meint man erstmal gar nicht aus dem Bett aufstehen zu können.
SPORT1: Wie schätzen Sie die Portugiesen und deren Chancen im Halbfinale ein
Kadlec: Ich glaube für sie ist viel möglich, falls es zum Duell mit Spanien kommt, wird das sicher ein heisser Tanz.
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