Ronaldo widerlegt die Vorurteile
Ein weltweites Vorurteil wird im Moment widerlegt.
Bislang hiess es nämlich, Cristiano Ronaldo könne wie Lionel Messi nur im Verein glänzen, in der Nationalmannschaft gehe er jedoch wie der Argentinier unter.
Ronaldo beweist aktuell bei der EM das Gegenteil. Gegen Tschechien köpfte der Portugiese den Siegtreffer, doch das war nicht das eigentlich Erstaunliche.
Überraschender war vielmehr, wie der Starspieler von Real Madrid um diese Gelegenheit kämpfte.
Da mochte der Pfosten seinen Schuss bremsen, Petr Cech fliegen und fausten, Ronaldos Anstrengungen vervielfachten sich nur.
Und nun dürfte auch die Partie gegen Dänemark anders gelesen werden.
Der 26-Jährige vergab beim 3:2-Sieg in kläglicher Manier zwei Grosschancen, viel mehr blieb in der Nachbetrachtung nicht hängen.
Dass er seine Mitspieler wie Helder Postiga immer wieder zu bedienen versuchte und unheimlich viel lief, erschien als Nebenaspekt.
Doch in Portugals Team haben sie längst erkannt, dass der Flügelflitzer der Mannschaft nicht nur mit seinen Toren hilft.
Dafür nehmen die Mitspieler auch hin, dass bei allem Glanz, den Ronaldo verbreitet, sie selbst oft im Schatten stehen.
Exemplarisch dafür stand auch gegen Tschechien sein Solo-Torjubel, während mehrere Mitspieler den glänzenden Vorbereiter Joao Moutinho herzten.
Mit seinen drei Turniertreffern baut Ronaldo dennoch kräftig an seinem Denkmal und ist schon jetzt drittbester EM-Torschütze aller Zeiten.
Trainer Paulo Bento hat aber gleichwohl wissen lassen, dass auch Ronaldo sich an die taktischen Vorgaben halten muss.
Diese ausgesprochene Selbstverständlichkeit war zugleich auch ein Zeichen an die Mitspieler und die Medien.
Ronaldo hat in Madrid mit Feuereifer an seiner Fitness gearbeitet, bei einigen Toren in dieser Saison auf seine voluminösen Oberschenkel gedeutet.
Vor der EM hatte Real-Coach Jose Mourinho ihn erinnert, dass nicht Barcas Zauberer Messi mit seinen 50 Saisontreffern in Spanien die bessere Saison gespielt habe, sondern er, Ronaldo, mit 46 Treffern als Mitglied der Meisterelf.
Das Team zählt, dieser Gedanke hat sich Ronaldo - zumindest auf dem Feld - eingebrannt.
Macht er so weiter, dürfte auch sein grosser Traum von der erneuten Wahl zum Weltfussballer näher rücken.
Im Halbfinale geht es nun gegen den Sieger der Partie Spanien gegen Frankreich. Und die Portugiesen schwingen sich zu einem Titelkandidaten auf - dank des gereiften Superstars.
SPORT1

