Samurai-Fan Alonso heizt Psycho-Krieg an
Von Tobias Wiltschek
München - Je grösser der Rückstand auf Sebastian Vettel wird, desto martialischer werden die Kampfansagen von Fernando Alonso.
Nachdem er seinen grossen Rivalen auch beim Grossen Preis von Indien auf der Strecke nicht schlagen konnte, holte er wieder zu einer Verbalattacke gegen Vettel und dessen Red-Bull-Team aus .
"Wenn das Schwert bricht, kämpfe mit deinen Händen. Wenn sie Dir die Hände abschneiden, schubse deinen Gegner mit den Schultern oder nimm sogar die Zähne", gab er per Twitter eine weitere Samurai-Weisheit zum Besten.
Samurai-Tattoo auf dem Rücken
Bereits nach dem Japan-Grand-Prix hatte der Spanier, dessen Rücken ein Samurai-Tatttoo schmückt, getwittert:
"Wenn der Feind an die Berge denkt, greife ich über das Meer an. Wenn er ans Meer denkt, greife über die Berge an."
Damals war der einst bequeme Vorsprung des Ferrari-Piloten auf Vettel auf vier Punkte zusammengeschmolzen. Mittlerweile hat Alonso 13 Zähler Rückstand auf Vettel .
Alonso im Hintertreffen
Derzeit spricht wenig dafür, dass der Asturier die Wende schaffen kann.
Doch gemeinsam mit seinem Team lässt er offenbar nichts unversucht, um den Titel doch noch nach Maranello zu holen .
Ob sie aber auch hinter dem Gerücht stecken, Vettel habe für 2014 schon einen Vorvertrag bei der Scuderia unterschrieben, ist nicht geklärt.
"Jemand wollte Unruhe stiften"
Die Spekulationen, die durch einen Bericht der "BBC" vor zwei Wochen neu angefacht wurden, haben am Wochenende in Indien für heftige Reaktionen bei Red Bull geführt.
"Das war absolut unnötig. Da wollte jemand einfach nur Unruhe bei uns stiften", ärgerte sich Motorsportberater Helmut Marko.
Dem Titelrivalen wollte er die Gerüchte aber nicht ankreiden, auch wenn der britische Sender Ferrari als Quelle für die offensichtliche Falschmeldung angegeben hatte.
"Ich weiss nicht, woher es kam. Ich weiss nur, dass es sich leider verbreitet hat, obwohl es ohne jeden Wahrheitsgehalt ist", so der 69-Jährige, der sich eine Spitze gegen die Italiener aber auch nicht verkneifen konnte:
"Sebastian hat bei uns einen sattelfesten Vertrag bis einschliesslich 2014. Und Seb ist auch kein dummer Mensch. Er wird sich nicht Alonso, der bei Ferrari bis 2016 fix ist, als Teamkollege antun."
Vettel fühlt sich wohl
Vettel selbst hatte die Gerüchte um seinen Wechsel als "Bullshit" abgetan und beteuert: "Ich stehe zu 100 Prozent zu Red Bull, und sie stehen zu 100 Prozent zu mir. Ich könnte im Moment nicht glücklicher sein."
Es hat also derzeit nicht den Anschein, als ob sich der Rennstall aus Milton Keynes durch die Störfeuer im Endspurt um den Titel aus der Ruhe bringen lässt.
Umso mehr ist Ferrari gefordert, im sportlichen Bereich aufzuholen.
Da aber fehlt es den Italienern nach wie vor an der Geschwindigkeit vor allem im Qualifying.
Auch Domenicali kämpferisch
"Man kann nur mit den Waffen kämpfen, die man bei sich hat, und man muss mutig sein und sie einsetzen", gab sich Teamchef Stefano Domenicali beinahe schon so kämpferisch wie Alonso.
Der aber will sich nicht allein auf die Wirkung von Kampfansagen verlassen und forderte:
"Wir müssen neue Teile nach Abu Dhabi bringen, mit denen die Konkurrenzfähigkeit hoffentlich ein bisschen besser wird, damit wir am Samstag und hoffentlich auch am Sonntag im Vergleich zu Red Bull zulegen können."
Die nächste Weisheit von Alonso?
Sollte Alonso auch am kommenden Wochenende im Wüstenemirat hinter Vettel landen, würde er im Titelrennen noch weiter in Bedrängnis geraten.
Man darf gespannt sein, mit welcher Samurai-Weisheit er sich dann noch Mut zusprechen will.
SPORT1
