Start-Ziel-Sieg in Indien!
Neu-Delhi - Sebastian Vettel bleibt der "Formel-1-Guru von Indien":
Der Weltmeister feierte auch bei der zweiten Auflage des Rennens in Neu-Delhi einen Start-Ziel-Sieg, baute durch die längste Erfolgsserie seiner Karriere mit nun vier Siegen hintereinander seine Führung in der WM-Wertung aus und hat schon wieder eine Hand am WM-Pokal .
Zudem durchbrach Vettel mit 1013 Zählern als dritter Fahrer der Geschichte die Schallmauer von 1000 Karriere-Punkten .
Vorsprung ausgebaut
In der aktuellen Saison hat der Weltmeister der beiden Vorjahre innerhalb von nur sieben Rennen 44 Zähler Rückstand in 13 Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Rivalen Fernando Alonso ausgebaut.
"Es war ein ungaubliches Wochenende für uns. Die Strecke hier liegt mir. Wir alle haben als Team hervorragende Arbeit geleistet", sagte Vettel.
Der Ferrari-Pilot aus Spanien verhinderte mit seinem zweiten Rang von Startplatz fünf aus zumindest, dass der Deutsche den Titel-Hattrick schon am nächsten Sonntag in Abu Dhabi vollenden kann.
"Werden niemals aufgeben"
13 Runden vor Ende kassierte Alonso Vettels bis dahin vor ihm liegenden Stallrivalen Mark Webber .
"Es ist momentan nicht einfach für uns gegen Red Bull. Aber wir werden niemals aufgeben", kündigte der Spanier an.
Der Australier, der zuvor angekündigt hatte, keine Stallorder akzeptieren zu wollen, schaffte es wegen KERS-Problemen somit auch nicht, Alonso drei wichtige Punkte abzunehmen.
Alonso und Michael Schumacher sind ausser Vettel die einzigen Fahrer mit mindestens 1000 Punkten, allerdings wurden die Anzahl der Rennen und die Punktzahl für Siege in den vergangenen Jahren desöfteren erhöht.
Schumi hat wieder Pech
Rekordweltmeister Schumacher bleibt aktuell dagegen vom Pech verfolgt: Nach einem unverschuldeten Reifenschaden beim Start fuhr er das gesamte Rennen hinterher, ehe er zwei Runden vor dem Ende seinen Silberpfeil abstellen musste.
Ebenfalls leer aus gingen auch sein Teamkollege Nico Rosberg als Elfter und Marussia-Pilot Timo Glock, der 20. wurde. Nico Hülkenberg beendete das Heimrennen seines Teams Force India als Achter und untermauerte nach den Plätzen sieben und sechs in den vorherigen Rennen seine stabile Form.
Bei der Anreise war es zu Staus gekommen, allerdings nicht nur wegen des Rennens. Den mautfreien Sonntag nutzen einige Inder, um auf der sonst teuren Autobahn zum Taj Mahal zu fahren.
Weniger Zuschauer-Interesse
Die Tribünen waren dennoch nicht so voll wie bei der Premiere im Vorjahr, als 95..000 Zuschauer am Renntag dabei waren. An der Strecke sah man auch deutlich mehr als vor dem TV-Schirmen, wo eine dicke Smog-Glocke den Genuss sichtlich trübte.
Vettel erwischte einen zähen Start, behielt aber seine Führung. Hinter ihm riskierte Alonso Kopf und Kragen. Der Spanier kassierte mit einem waghalsigen Manöver gleich die beiden McLaren von Button und Hamilton, musste Button aber wieder passieren lassen, wobei sich um ein Haar die Reifen berührt hätten.
Weniger Glück hatte der ohnehin nur von Platz 14 ins Rennen gegangene Schumacher, der beim Start von Jean-Eric Vergne (Toro-Rosso) berührt wurde, sich mit einem völlig zerstörten rechten Hinterreifen eine Runde bis in die Box durchschlug und sich ganz hinten wieder einreihen musste.
Kurios: In Singapur hatte Schumacher noch den Franzosen Vergne abgeschossen und ihn nach dem Rennen aus Versehen "Jean-Marc" genannt.
Hülkenberg an Rosberg vorbei
Für Rosberg zahlte sich der Verzicht auf die Zeitenjagd in der letzten Qualifikationsrunde nicht aus, er blieb mit frischen Reifen Zehnter. An ihm vorbei zog auch der zwei Ränge dahinter gestartete Hülkenberg.
Vettel setzte sich vorne schnell von der Konkurrenz ab. Zudem wirkte Webber auf Platz zwei zumindest 47 Runden als Puffer und hielt ihm Alonso vom Hals. Nach zehn Runden hatte der Titelverteidiger schon sechs Sekunden Vorsprung auf seinen ärgsten Rivalen.
So geschah dann viele Runden lang wenig bis gar nichts, zumal die ersten Boxenstopps sich lange hinauszögerten. Am Ende des Feldes kämpfte der unverschuldet zurückgefallene Schumacher aber als würde es um Punkte gehen. "Er hat mich beim Überrunden viel Zeit gekostet", schimpfte Hamilton über den Boxenfunk.
Neue Reifen zur Halbzeit
Alonso holte sich genau nach der Hälfte der Distanz frische Reifen und damit drei Runden vor Vettel, der zu diesem Zeitpunkt um 15 Sekunden enteilt war. Webber kam direkt danach und blieb vor dem Spanier. Nachdem auch Vettel seinen Stopp ohne Platzverlust überstand, war der Weg frei.
Alonso kassierte schliesslich Webber, für einen Angriff auf den Deutschen war der Rückstand aber zu gross - obwohl bei Vettel kurzzeitig die Funken aus dem Auto flogen und die Ferrari-Box den Spanier anfeuerte: "Es funkt wie die Hölle. Setz ihn unter Druck!"
SPORT1
