Vettel per Stallorder zum Sieg?
Von Felix Götz
München - Sebastian Vettel schaute unmittelbar nach dem Qualifying zum Südkorea-Grand-Prix nicht euphorisch drein, zufrieden war der Red-Bull-Pilot mit dem Ergebnis dennoch.
Dem Weltmeister bietet sich beim Rennen auf dem Korean International Circuit die grosse Chance, erstmals nach knapp fünf Monaten wieder die WM-Führung zu übernehmen.
Vettel musste sich nur seinem "glücklichen" Teamkollegen Mark Webber beugen , der zum zweiten Mal in diesem Jahr von Startplatz eins aus in ein Rennen geht und die 200. Pole-Position für ein von einem Renault-Motor betriebenen Auto einfuhr.
Viel wichtiger ist für den Heppenheimer allerdings, dass der WM-Gesamtführende Fernando Alonso, der vier Zähler Vorsprung auf Vettel hat, in seinem Ferrari direkt hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton eine Reihe weiter hinten von Rang vier startet.
"Das war sicher nicht ideal"
"Platz eins und Platz zwei, zum zweiten Mal in Folge die erste Reihe. Alles in allem können wir sehr zufrieden sein", meinte Vettel.
Allerdings haderte der 25-Jährige mit seiner verkorksten letzten Runde in Q3, als ihm Alonsos Ferrari-Teamkollege Felipe Massa im Weg stand.
"Das war sicher nicht ideal. Da gab es wohl ein Missverständnis zwischen mir und der Box. Ich habe den Funkspruch so verstanden, dass Felipe in die Box kommt", erklärte Vettel.
Er sei aber kein Freund davon, jemandem die Schuld in die Schuhe zu schieben: "Wenn man das jemandem zuschreiben kann, dann mir."
Vorsicht mit den Reifen
Dennoch sieht es für Vettel gut aus. Nun geht es darum, die hervorragende Ausgangssituation in Zählbares umzumünzen.
"Ich glaube, unser Auto ist im Rennen sogar noch einen Tick schneller", frohlockte der jüngste Doppel-Weltmeister der Formel-1-Historie, um kurz darauf die in dieser Saison fast schon obligatorische Warnung wegen den Pneus hinterher zu schieben:
"Es wird nicht einfach, die Reifen im Griff zu haben. Das könnte interessant werden."
Ein gutes Omen für Vettel: Bei seinem Sieg im vergangenen Jahr startete er in Yeongam auch vom zweiten Platz aus.
Stallorder pro Vettel?
Die Tatsache, dass sein Teamkollege vor ihm fährt, könnte zudem ein Vorteil sein.
Schliesslich befindet sich der Hesse fünf Rennen vor dem Saisonende mitten im Titelkampf, während Webber als Fünfter aussichtslos 60 Punkte hinter Alonso liegt.
Wird es also gegebenenfalls eine Stallorder pro Vettel geben?
"Ich erwarte nichts weiter"
"Dafür ist es noch etwas zu früh", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei "RTL".
Allerdings erklärte der 38-jährige Engländer auch: "Beide Fahrer wissen, was sie für unser Team tun müssen. Wichtig für beide ist, dass Fernando geschlagen wird."
"Es geht nicht darum, was in Runde 47 oder 48 passiert. Das ist zu weit weg. Wir beide müssen unser Rennen fahren und versuchen, unser Ergebnis zu maximieren. Ich erwarte nichts weiter", meinte Vettel dazu.
Ferrari verbessert
Stallorder hin oder her. Entscheidend für die "Bullen" ist es logischerweise, Alonso hinter sich zu lassen.
Und die Scuderia hinterliess in der Quali vom Speed her im Vergleich zum Rennen in Suzuka einen besseren Eindruck.
"Ich bin glücklich. Wir haben uns verbessert. Um Red Bull anzugreifen, brauchen wir aber einen perfekten Grand Prix", schob Alonso seinem Verfolger Vettel und dessen Teamkollege Webber die Favoritenrolle zu.
Der Spanier sieht Ferrari aber in einem Punkt vorne: "Unser Vorteil ist das Team. Wir sind eine Einheit, stehen zusammen und glauben an unsere Fähigkeiten. Im Rennen sind Start, Strategie und viele andere Dinge wichtig. Da sind wir besser, denke ich."
Schumacher unzufrieden
Etwas verbessert präsentierte sich auch Mercedes. Beide Silberpfeile erreichten Q3, Nico Rosberg wurde Neunter, Michael Schumacher landete auf Rang zehn.
"Alles in allem war es ein durchschnittlicher Tag", war Schumi dennoch nicht sonderlich erfreut: "Ich denke, dass wir uns Hoffnung machen können, im Rennen ganz respektabel auszusehen."
Zweitbester deutscher Fahrer war Nico Hülkenberg, der in seinem Force India auf den achten Rang fuhr. Der 25-Jährige glaubt an ein ordentliches Rennen: "Wir können definitiv Punkte holen."
Nur zu punkten, das wäre Vettel bei seiner Aufholjagd im Titelrennen sicher nicht genug - rundum zufrieden dürfte er wohl nur sein, würde er den dritten Sieg in Folge holen.










