''Nicht das, was wir von uns erwarten''
München/Yeongam - Am Ende stibitzte ausgerechnet der Teamkollege Sebastian Vettel die fünfte Pole-Position der Saison.
Mark Webber fuhr beim Qualifying in Südkorea in 1:37,242 Minuten die schnellste Runde im Red Bull und sicherte sich kurz vor Schluss den ersten Startplatz vor dem Doppel-Weltmeister.
"Alles in allem zufrieden" zeigte sich Vettel trotz des kleinen Makels. Denn der Heppenheimer landete zwei Plätze vor seinem schärfsten Konkurrenten Fernando Alonso.
Alonso zufrieden
"Das Team hat sich an diesem Wochenende definitiv verbessert", zeigte sich der Ferrari-Pilot dennoch zufrieden mit der Platzierung.
Bei Mercedes sah die Lage anders aus. Michael Schumacher und Nico Rosberg reihten sich als Neunter beziehungsweise Zehnter in die Startaufstellung ein.
"Top 10 ist ein kleiner Schritt nach vorn, aber natürlich nicht das, was wir von uns erwarten - keine Frage", sagte sich der scheidende Rekord-Weltmeister Schumacher alles andere als glücklich.
SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Südkorea zusammen.
Mark Webber (Red Bull): Startplatz 1
"Das war für uns alle eine enge Session. Im Verlauf der Einheit hatten wir auf den verschiedenen Reifenmischungen verschiedene Probleme mit der Balance. Ich war mit meiner Runde hier glücklich, sie war solide und es ist gut, die Pole geholt zu haben. Es ist ein grossartiger Ort, um das Rennen zu starten. Ich hoffe, dass ich gut durch die erste Kurve komme. Das ist wichtig, da hier anschliessend zwei lange Gerade folgen. Wir befinden uns aber in einer guten Ausgangsposition, um ein starkes Ergebnis einzufahren. Wir machen maximal Druck. Das müssen wir aber auch, denn der Abstand zu Lewis (Hamilton; Anm. d. Red.) ist nicht so gross."
Sebastian Vettel (Red Bull): Startplatz 2
"Alles in allem können wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Wir waren in den ersten und zweiten Qualifying-Einheiten ziemlich schnell, und wir hatten einen guten Start in den dritten Durchgang. Auf dem letzten Versuch musste ich zu Beginn der Runde zurückstecken, da sich Felipe Massa dort befand. Das war nicht sein Fehler, aber ich musste vom Gas gehen. Da gab es wohl ein Missverständnis zwischen mir und der Box. Ich habe den Funkspruch so verstanden, dass Felipe in die Box kommt. Aber ich bin kein Freund davon, jemandem die Schuld in die Schuhe zu scheiben. Wenn man das jemandem zuschreiben kann, dann mir. Vielleicht habe ich mich nicht genug angestrengt."
Lewis Hamilton (McLaren): Startplatz 3
"In Q3 holte ich wirklich alles aus dem Auto heraus, wohingegen Mark (Webber; Anm. d. Red.) und Sebastian (Vettel, Anm. d. Red.) laut eigenen Aussagen noch Reserven haben. Jenson hat jedoch gestern gezeigt, dass wir im Renntempo schnell sind, von daher freue ich mich aufs morgige Rennen. Um Red Bull schlagen zu können, muss man einen guten Start hinlegen, die richtige Strategie wählen und man darf zudem keine Fehler machen. Nach dem Start kann man sich sicherlich gut auf den langen Geraden im Windschatten an die Gegner heransaugen. Ich werde morgen alles geben um zu gewinnen."
Fernando Alonso (Ferrari): Startplatz 4
"Ich bin glücklich - vor sieben Tagen in Suzuka standen wir noch auf den Plätzen sechs und elf. Das Team hat sich an diesem Wochenende definitiv verbessert. Uns fehlt noch Tempo im Vergleich zu Red Bull. Sie sind sehr stark, das Auto ist ihr Vorteil. Unserer ist das Team: Wir sind eine Einheit, stehen zusammen und glauben an unsere Fähigkeiten. Im Rennen sind Start, Strategie und viele andere Dinge wichtig. Da sind wir besser, denke ich."
Nico Hülkenberg (Force India): Startplatz 8
"Die Zeiten lagen sehr eng beieinander, und ich denke, dass dies auch morgen der Fall sein wird. Unsere Longrun-Performance sieht jedoch konkurrenzfähig aus. Ich denke aus diesem Grund, dass wir definitiv gegen die Leute um uns herum fahren und Punkte holen können."
Nico Rosberg (Mercedes): Startplatz 9
"Der neunte Platz war das Maximum, das wir heute erreichen konnten. Wir haben das Auto gut abgestimmt, aber uns mangelte es an Leistung, um um eine Position weiter vorne kämpfen zu können. Wir arbeiten hart daran, um die Situation zu verbessern, und hoffentlich wird unsere Geschwindigkeit im Rennen besser sein und wir können hier in Korea ein paar ordentliche Punkte holen."
Michael Schumacher (Mercedes): Startplatz 10
"Wir erwarteten, irgendwo zwischen den Positionen acht und zehn zu landen, aber im letzten Sektor meiner schnellen Runde lief es nicht ganz so rund. Wenn ich auf den morgigen Tag blicke, so denke ich, dass wir uns Hoffnung machen können, ganz respektabel auszusehen. Unsere Longruns waren ganz gut, die Reifen ebenso. Lasst uns schauen, wie sich das Rennen entwickelt. Top 10 ist ein kleiner Schritt nach vorn, aber natürlich nicht das, was wir von uns erwarten - keine Frage."
Timo Glock (Marussia): Platz 21
"Wir hatten am gesamten Wochenende ein bisschen Probleme mit dem Auto. Im Qualifying hatten wir es aber einigermassen im Griff. Ich hatte ein ganz gutes Gefühl auf dem Prime. Auf dem Supersoft waren wir auch gut unterwegs - bis Kurve zehn. Dort habe ich mich dann verbremst und am Ausgang zweieinhalb oder drei Zehntel liegenlassen. Somit war es diesmal keine optimale Runde von mir. Dann war's dann eben."
Christian Horner (Teamchef Red Bull):
"Beide Fahrer (Mark Webber und Sebastian Vettel, d. Red.) treten zwar gegeneinander an, wissen aber auch, was sie für unser Team in der Konstrukteurswertung tun müssen. Wichtig für beide ist, dass am Sonntag Fernando geschlagen wird. Er ist ein harter Gegner für uns. Es wird sicher ein spannendes Rennen. Wir müssen an diesem Wochenende einfach sicherstellen, die ersten Kurven gut zu überstehen. Alle wichtigen Titelanwärter sind vorn mit dabei. Es dürfte also ein faszinierendes Rennen werden."
SPORT1










