Bruchpilot Grosjean riskiert Zukunft bei Lotus
Von Tobias Wiltschek
München - Für Romain Grosjean wird die Luft in der Formel 1 dünner.
Nach seinem neuerlichen Startunfall beim Japan-Grand-Prix , als er Mark Webber von der Strecke schob, schwindet selbst beim eigenen Teamchef die Geduld mit dem Franzosen .
"Es ging darum, diesen jungen Burschen Selbstvertrauen zu geben, damit er ruhiger wird und einen kontrollierten Start fährt", erklärte Lotus-Boss Boullier:
"Das versuchen wir seit Jahresbeginn."
"Er muss die Balance finden"
Letztlich aber sei Grosjean der Einzige, der das Problem lösen könne. "Er muss die Balance finden, das kann ihm niemand abnehmen."
Sollte er diese auch in den nächsten Rennen nicht finden, riskiert er womöglich sogar die Fortsetzung seiner Karriere bei Lotus. "Bis jetzt noch nicht", antwortete Bouiller vielsagend auf die Frage, ob die momentane Situation Einfluss auf Grosjeans Zukunft im kommenden Jahr habe.
Abstand falsch eingeschätzt
Was den Unfall in Suzuka angeht, verteidigte er seinen Schützling aber in einem Punkt:
"Man sieht, dass er nicht die Linie wechselt. Das ist eine Entscheidung, die wir getroffen haben. Wenn er am Start rechts fährt, soll er dort bleiben." Allerdings habe er den Abstand zum vor ihm fahrenden Webber falsch eingeschätzt.
Es war längst nicht der einzige Fehler des Franzosen.
Horror-Crash beim Belgien-GP
In Spa hatte er gleich nach dem Start einen Horror-Crash verursacht, indem er Lewis Hamilton ins Heck fuhr. Wie durch ein Wunder blieben alle involvierten Fahrer unverletzt. Die Rennkommissare belegten den Lotus-Piloten nach dem Grand Prix von Belgien mit einer Sperre für das folgende Rennen in Monza.
Gelernt hat Grosjean offenbar nicht aus dieser unbeherrschten Aktion, die beinahe zur Katastrophe geführt hatte.
Siebte Kollision im 14. Rennen
In Suzuka war der 26-Jährige bereits zum siebten Mal in dieser Saison in eine Start-Kollision verwickelt. Eine Karambolage, die auch Nico Rosberg im Mercedes mit dem Ausfall bezahlen musste .
Noch während des Rennens wurde Grosjean zu einer Stop-and-Go-Strafe mit zehn Sekunden Standzeit an der Box verdonnert.
Aufregung über Strafe
Doch die Sanktion war viel zu milde, so der allgemeine Tenor in der Branche.
"Wenn einer so wahnsinnig ist und es einfach nicht schafft, durch die erste Kurve zu kommen, dann muss man noch konsequenter gegen ihn vorgehen", wütete Formel-1-Experte Niki Lauda.
Auch Laudas Landsmann und Red-Bull-Berater Helmut Marko reagierte zornig auf den neuerlichen Fahrfehler von Grosjean:
"Wir waren alle fassungslos! Die Strafe ist in keiner Weise angemessen. Vor allem bei der Vorgeschichte, da müsste eine Sperre für drei Rennen oder so etwas kommen."
Webber fordert "Urlaub" für Grosjean
In eine ähnliche Richtung geht die Forderung von Webber, auch wenn sie der Australier etwas freundlicher verpackt: "Vielleicht braucht er wieder mal einen Urlaub."
Für den Routinier war die Aktion des Franzosen besonders ärgerlich, weil er nach einem starken Qualifying berechtigte Hoffnungen auf einen Podestplatz hatte.
Er konnte zwar sein Rennen fortsetzen, musste sich aber nach einer furiosen Aufholjagd mit dem neunten Platz zufrieden geben.










