Gejagter Alonso ''zu 200 Prozent bereit''
Von Felix Götz
München - In allen bisherigen elf Saisonrennen in die Punkte gefahren, drei Siege auf dem Konto und in der Fahrerwertung 40 Zähler Vorsprung auf den zweitplatzierten Red-Bull-Piloten Mark Webber:
Fernando Alonso geht als Gejagter in die heisse Phase der Formel-1-Saison, die am Sonntag mit dem Belgien-Grand-Prix in Spa eingeläutet wird.
"Wir werden zu 200 Prozent bereit sein", kündigte der Ferrari-Fahrer an, dass er die fünfwöchige Sommerpause genutzt hat, um die noch ausstehenden neun Rennen erfolgreich gestalten zu können.
Der Spanier hofft mit seinen 164 Punkten darauf, dass hinter ihm ein harter Kampf zwischen den Verfolgern Webber (124), Sebastian Vettel (122), Lewis Hamilton (117) und Kimi Räikkönen (116) entbrennt.
Blick in den Rückspiegel?
"Hoffentlich kämpfen diese Jungs noch eine Weile untereinander", meinte der Champion von 2005 und 2006.
Dann könnte sich keiner nur auf Alonso konzentrieren, sondern müsste stets auch einen Blick in den Rückspiegel werfen.
Mit Räikkönen und Webber rechnet der 31-Jährige allerdings nicht unbedingt.
Er geht davon aus, dass Hamilton und Vettel "die grössten Herausforderer" sind.
Keine Fehler leisten
Wichtig ist aber in erster Linie für Alonso, dass er selbst genügend Punkte einfährt - und das wird nicht leicht.
"Es gibt Rennen, da wissen wir, dass wir aufs Podium fahren können. Dann gibt es aber auch welche, wo vielleicht nur ein siebter Platz drin ist. Was wir uns nicht leisten können, sind Fehler", sagte der Rennfahrer aus Oviedo.
Alonsos grosser Vorteil: Er ist bisher der konstanteste Pilot im Feld. Sein schlechtestes Ergebnis war Rang neun in Bahrain.
Stellt Alonso Schumis Rekord ein?
Auf der Ardennenstrecke am kommenden Wochenende bietet sich ihm eine weitere grosse Chance.
Sollte er es in die Top Ten schaffen, dann wäre er zum 24. Mal in Serie in den Punkterängen.
Das schaffte bisher nur einer - nämlich Rekord-Weltmeister Michael Schumacher vor fast zehn Jahren.
Allerdings war es für Schumi damals deutlich schwieriger. Bis 2003 gab es nur bis zum sechsten Platz Punkte, danach bis zum Achten, und erst seit 2010 erhält auch der Zehnte noch einen Zähler.
"Der kompletteste Fahrer"
Schumacher wäre es wohl relativ egal, wenn Alonso seinen Rekord knacken würde. Er schätzt den Scuderia-Fahrer sehr.
"Er wächst gerade über sich hinaus", sagte der Mercedes-Pilot der "Bild": "Es gibt so Phasen, wo alles zu einem kommt - aber das hat man sich erarbeitet. Und er hat es."
Und auch Vettel lobte: "Fernando ist der kompletteste Fahrer der Welt." Ob es letztlich tatsächlich zum Titel reicht, wird sich spätestens am 25. November zeigen, wenn in Brasilien das Finale steigt.
Massa kämpft um seinen Job
Während Alonso um den Titel kämpft, geht es für seinen Teamkollegen Felipe Massa um etwas viel Existenzielleres - den Job.
Der 31-jährige Brasilianer belegt mit 25 Zählern Platz 14 in der WM-Fahrerwertung - eine indiskutable Ausbeute.
Massa ist bei Ferrari seit Monaten umstritten, regelmässig werden Fahrer anderer Teams als potenzielle Nachfolger ins Gespräch gebracht.
Viele mögliche Nachfolger
"Die kommenden Rennen sind extrem wichtig für meine Zukunft", weiss der Vizeweltmeister von 2008.
Und weiter: "Für mich ist es nun wichtig, um Podiumsplatzierungen zu kämpfen, selbst wenn mein Teamkollege vor mir liegt."
Sollte das nicht gelingen, dann scheint eine Verlängerung seines Ende des Jahres auslaufenden Vertrages ausgeschlossen.
Sergio Perez, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil oder Jarno Trulli? Ein Ferrari-Cockpit findet immer einen Abnehmer.
SPORT1










