Der Iceman mag es warm und trocken
Von Felix Götz
München - Kimi Räikkönens Wochenende am Hockenheimring war ein gutes Beispiel dafür, wo die Schwächen und Stärken von Lotus liegen.
Ist es nass und relativ kühl (17 Grad) wie im Qualifying für den Deutschland-Grand-Prix, dann geht wenig.
Der Beleg: Lediglich Platz zehn für den "Iceman". Im Rennen war es trocken und sechs Grad wärmer - schon klappte es deutlich besser.
Räikkönen schoss um sechs Plätze bis auf Rang vier vor, durch die 20-Sekunden-Strafe für Sebastian Vettel kletterte der Finne schliesslich sogar auf das Podest .
Boullier lobt Räikkönen
Für den Schweiger aus Espoo waren es in der WM-Fahrerwertung die Punkte 84 bis 98 .
Er zog damit an Lewis Hamilton vorbei auf Rang vier - für den 32-Jährigen in seiner Coemback-Saison eine mehr als beachtliche Leistung.
"Bei Kimi kann ich keine schlechte Seite ausmachen", lobte auch Eric Boullier.
Und der Chef des Teams aus der englischen Gemeinde Enstone weiter: "Er fand rasch wieder seine Geschwindigkeit und ich wäre nicht überrascht davon, wenn er bald wieder siegt."
Iceman-Wetter in Ungarn
Weder Räikkönen noch sein Teamkollege Romain Grosjean konnten bislang in dieser Saison gewinnen. Doch jetzt steht der Ungarn-Grand-Prix an.
Am Hungaroring ist es meistens warm und trocken - Iceman-Wetter sozusagen.
"Es ist ein sehr heisses Rennen, das sollte unserem Auto entgegenkommen", meinte Räikkönen.
Und der Weltmeister von 2007 fuhr fort: "Das Rennen verlangt einem viel ab. Nur wenn du gewinnst, leidest du nicht. Hoffentlich leide ich dieses Mal nicht."
Viele Finnen am Hungaroring
Neben den zu erwartenden Wetterbedingungen spricht noch ein weiterer Punkt für Räikkönen.
Rund um den Hungaroring nahe Budapest tummeln sich traditionell viele finnische Fans.
Der Grund: Keine andere Strecke in der Königsklasse liegt näher an der finnischen Hauptstadt. 1752 Kilometer - für eingefleischte Räikkönen-Fans ein Katzensprung.
"Es ist toll, blau-weisse Flaggen wehen zu sehen", freut sich der 18-malige Grand-Prix-Sieger: "Hoffentlich kann ich den Fans einen Sieg schenken."
Probleme im Qualifying
Voraussetzung dafür ist ein gutes Qualifying, was für Lotus in dieser Saison bisher ein Problem darstellt.
Die besten Quali-Ergebnisse waren Grosjeans dritter Platz in Australien und Räikkönens Rang drei in Barcelona.
"Wir waren im Qualifying bisher nicht der Massstab. Aber in Ungarn muss man natürlich am Samstag vorne dabei sein, weil das Überholen dort sehr schwierig ist", erklärte Räikkönen.
WM-Titel in Sicht?
Sollte der Mann, der in der Formel 1 bereits für Sauber, McLaren und Ferrari an den Start ging, die Bedingungen tatsächlich wie von ihm erhofft nutzen können, dann geht womöglich sogar noch etwas in Sachen WM-Titel.
Denn mit Monza, Singapur, Indien, Abu Dhabi und Brasilien dürfte es zumindest bei fünf der dann noch neun ausstehenden Saisonrennen ähnlich warm wie in Ungarn sein .
Räikkönen will sich an solchen Gedankenspielen nicht beteiligen. Er sagte dazu nur: "Ich liebe es, zu gewinnen, und nicht, zu erklären, warum ich es nicht getan habe."
SPORT1
