Negativtrend bei Mercedes: 'Es ist ernüchternd'
Von Felix Götz
München - Mercedes hatte sich vor dem Deutschland-Grand-Prix wie so oft in dieser Saison viel vorgenommen.
Und wie so oft in diesem Jahr wurde der deutsche Rennstall bitter enttäuscht.
Michael Schumacher verlor im Heimrennen vier Plätze und wurde Siebter, Nico Rosberg verbesserte sich nach einem katastrophalen Qualifying von Rang 21 auf den zehnten Platz .
"Unser Plan muss es sein, Schritt für Schritt weiterzumachen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug auf SPORT1-Nachfrage.
Leistungskurve zeigt nach unten
Das Problem: Betrachtet man die nackten Zahlen, dann kommt man zu dem Schluss, dass die Leistungskurve bei Mercedes eher nach unten zeigt.
Rosberg holte in den ersten fünf Saisonrennen mehr Zähler als in den darauffolgenden fünf Grands Prix.
Schumi zeigte nach einem desaströsem Start mit zwei Punkten aus sieben Rennen mit Rang drei in Valencia eine gute Leistung, danach kamen aber nur noch zwei mässige siebte Plätze .
Rosberg ist unzufrieden
"Bis vor ein paar Wochen war es noch gut, mittlerweile ist es ernüchternd", meinte der unzufriedene Rosberg, der in China den bisher einzigen Saisonsieg für die Silberpfeile einfuhr.
Und der 27-Jährige weiter: "Wir hatten uns zu Beginn des Jahres wirklich gut entwickelt. Jetzt haben wir eine eher nicht so starke Phase. Andere haben mehr Fortschritte gemacht."
Die Zeiten sind oft gar nicht so schlecht, die Punktausbeute ist bisher aber richtig schwach.
Sauber greift an
So schwach, dass das grosse Werks-Team als Fünfter in der Konstrukteurswertung nur noch 25 Zähler Vorsprung auf das kleine Privat-Team Sauber hat.
Und die Schweizer trauen sich durchaus zu, den Rennstall aus ihrem Nachbarland zu stürzen.
"Es muss das Ziel sein, das Team vor uns anzugreifen - und das ist jetzt Mercedes", wird Teamchef Peter Sauber vom Schweizer "Blick" zitiert.
"Druck ist business as usual"
Selbst mittelmässige Rennställe fürchten sich nicht mehr vor Mercedes, zu schwach ist die Performance von Schumacher und Rosberg.
Aber woran liegt es? Ist der Druck vielleicht zu gross? "Druck ist business as usual", sagte Haug auf SPORT1-Nachfrage dazu.
Womöglich ist die Erwartungshaltung an Mercedes auch einfach zu gross. Doch der Schwabe wiegelt ab: "Von Mercedes kann man gar nicht genug erwarten."
Haug bleibt zuversichtlich
Eine konkrete Erklärung für den Negativtrend bleibt Haug schuldig.
Er sagt nur: "Ich bin schon oft kritisiert worden, auch zu Recht kritisiert worden. Und am Ende haben wir doch wieder gewonnen. Und so wollen wir es auch wieder tun."
Soll die Saison nicht in einem Desaster enden, dann muss das sehr bald passieren.
Schumi gleichauf mit Maldonado
Schumacher liegt in der Fahrerwertung punktgleich mit Williams-Fahrer Pastor Maldonado auf Rang zwölf.
Rosberg ist Sechster, hat aber nicht einmal halb so viele Zähler wie der Führende Fernando Alonso auf dem Konto.
Zu einer generellen Verbesserung der Mercedes-Situation und vor allem der Boliden soll nun auch ein neuer Aerodynamiker beitragen.
Mercedes holt Elliott
Es handelt sich dabei um Mike Elliott, der bis November 2011 bei Lotus angestellt war. Das bestätigte der deutsche Rennstall gegenüber "Motorsport-Total.com".
"In der vergangenen Woche hatte ich ein Meeting mit ihm. Seine Ideen haben sich echt super angehört", zeigte sich Rosberg begeistert.
Schumacher rechnet sogar mit weiteren personellen Veränderungen: "Hier und da werden noch Leute kommen, die uns hoffentlich nach vorne bringen."
Am besten schon am kommenden Wochenende beim Ungarn-Grand-Prix, für den sich Mercedes sicher wieder viel vornimmt.
SPORT1










