McLaren: Der Optimismus ist zurück
Von Felix Götz
München - Beim Start Probleme mit der Kupplung, kurze Zeit später einen platten Reifen und als "Krönung" der einzige Ausfall im gesamten Grand Prix:
Lewis Hamiltons 100. Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring hätte nicht schlechter laufen können. Dementsprechend müsste auch seine Laune sein - sollte man zumindest meinen .
Aber nichts da: Der McLaren-Pilot haderte zwar mit seinem "unglaublichen Pech", war erstaunlicherweise ansonsten aber nicht frustriert, sondern optimistisch.
"Meine Geschwindigkeit war gut genug, um in der Rennmitte mit den Führenden mitzuhalten. Und das ist ermutigend. Wir wissen, dass unser Auto an diesem Wochenende wirklich schnell war", meinte der 27-jährige Engländer.
Und weiter: "Wir werden diesen Speed einpacken und am kommenden Wochenende mit nach Ungarn nehmen."
"Ein wirklich gutes Rennen"
Die erstaunliche Geschwindigkeit durfte auch Hamiltons Teamkollege Jenson Button spüren.
Der Weltmeister von 2009 fuhr nach sechs Rennen, in denen er insgesamt nur sieben Zähler holte, mal wieder auf das Podium.
Aus seinem dritten Rang wurde letztlich sogar Platz zwei, weil Sebastian Vettel nach einem irregulären Überhol-Manöver gegen Button eine 20-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam.
"Ich hatte ein wirklich gutes Rennen", freute sich Button: "Wir sind in Bezug auf die Geschwindigkeit an Ferrari und Red Bull dran."
Probleme im Regen
Nicht auszudenken, was zumindest für Button möglich gewesen wäre, wenn es nicht im Qualifying im Regen einige Probleme gegeben hätte.
Am Samstag sprangen nur die Startplätze sieben für Button und acht für Hamilton heraus.
"Uns fehlte mit den Regenreifen Tempo", wunderte sich auch Martin Whitmarsh.
Updates ein grosser Erfolg
Die zahlreichen Updates für Hockenheim waren trotzdem ein grosser Erfolg.
Und das McLaren-Team geht davon aus, dass weitere Verbesserungen eintreten werden.
Eine Ankündigung von Sam Michael dürfte der Konkurrenz jedenfalls wie eine Drohung vorkommen.
"Wir werden sowohl in Ungarn als auch in Spa weitere neue Teile dabei haben", so der Sportdirektor.
WM-Titel noch immer im Blick
Die dürften trotz der positiven Tendenz nötig sein .
Hamilton liegt als Fünfter in der WM-Fahrerwertung schliesslich 62 Punkte hinter dem Führenden Fernando Alonso. Button ist Siebter und hat 86 Zähler Rückstand auf den Ferrari-Piloten.
Der Punkteabstand ist also enorm - trotzdem ist der Optimismus zu McLaren zurückgekehrt. Sogar den WM-Titel behält der britische Rennstall im Blick.
"Die Hälfte der Saison ist um und uns stehen noch eine Menge Rennen bevor. Sowohl Lewis als auch Jenson haben noch alle Chancen", sagte Whitmarsh.
Und McLarens Teamchef weiter: "Ich bin überzeugt, dass wir in diesem Jahr bis zu den letzten Runden beim letzten Rennen in Brasilien gebannt vor dem Fernseher sitzen werden. Ich hoffe, dass ich in diesen letzten Runden Höllenqualen leiden werde, denn das würde bedeuten, dass wir eine Chance auf den Gewinn der Weltmeisterschaft haben."
Weltrekord beim Boxenstopp
Eine absolut weltmeisterliche Performance lieferte der Rennstall in Hockenheim übrigens ausgerechnet in einer Disziplin ab, in der es in diesem Jahr bereits mehrfach Probleme gab - bei den Boxenstopps.
Beim zweiten Stopp von Button benötigte die Crew lediglich 2,31 Sekunden - Weltrekord!
"Das ist beinahe unglaublich", meinte Whitmarsh: "Eine phänomenale Zeit."
Schnell auf der Strecke und schnell an der Box: Eine gute Kombination, um in dieser Saison noch für Furore zu sorgen.
SPORT1










