Streit muss bei Premiere Niederlage einstecken
2729 Tage nach dem 469. und bis gestern letzten NLA-Einsatz (am 7. April 2005 für die ZSC Lions) war der Fokus auf den NHL-Verteidiger gerichtet. In jenem Dress, das er als Junior, aber nie als gestandener Spieler getragen hatte, debütierte Streit nun mit einer Niederlage.
Lakers hatten Streit im Griff
Der Captain der New York Islanders versuchte bei seinem Comeback auf NLA-Eis nach diskretem Beginn, als "Quarterback" Druck zu machen und seine Teamkollegen mit öffnenden Pässen zu lancieren. Die Lakers durchkreuzten diese Pläne alsbald. Streit fand viel weniger als gewünscht Anspielstationen in der Vorwärtsbewegung.
Das zum dritten Mal siegreiche Rapperswil-Jona stellte den schwachen Bernern die Wege geschickt zu - und erwies sich vor dem gegnerischen Tor nicht zum ersten Mal in dieser Saison als hochgradig effizient. Dank einer Doublette durch Sven Berger und Juraj Kolnik innerhalb von 22 Sekunden (28.) gingen die Lakers 3:1 in Führung.
Nach Timeout schlugen die St. Galler zu
Bern war danach zwar bemühter, zu Toren kam der Playoff-Finalist der letzten Saison aber nicht mehr. Bemerkenswert aus Sicht der Gäste war, dass das überraschende Timeout von Trainer Harry Rogenmoser Wirkung zeigte. Der Doppelschlag gelang gut zwei Minuten nach der kurzen Unterredung.
Streit, der an der Seite des defensiv(er) orientierten Geoff Kinrade verteidigte, wird noch die eine oder andere Partie brauchen, um nach einer langen Zeit ohne Ernstkampf (seit dem letzten Spiel der NHL-Regular-Season am 7. April) in die Nähe seines Leistungsoptimums zu gelangen.
Die NLA-Rückkehr wird ihm aus einem anderen Grund in schlechter Erinnerung bleiben. Vor dem zweiten Gegentreffer war eine Strafe gegen Streit wegen Crosschecks angezeigt, ehe ein Schuss von Sven Berger an den Körper des Berner Starverteidigers und von dort ins eigene Tor prallte.
Die Tops und Flops von SPORT1.ch :
First Star: David Aebischer (Rapperswil-Jona). Der SCB-Albtraum hat einen Namen: David Aebischer. Der 33-jährige hexte seine Farben zum Auswärtssieg, parierte gefühlte 23 Schüsse - wobei diese Statistik angezweifelt werden darf, es waren wohl mehr.
Second Star: Robbie Earl (Rapperswil-Jona). Der Amerikanische Skorer fackelte in Minute 6 nicht lange und überlistete Bührer mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Damit brachte er Rapperswil auf die Siegesstrasse.
Third Star: Harry Roggenmoser (Rapperswil-Jona). Der Rappi-Coach nahm in Minute 24 sein Timeout und ordnete seine Mannen. Drei Minuten später folgt der entscheidende Doppelschlag. Dazu zeigten sich seine Schützlinge enorm diszipliniert gegen spielerisch klar überlegene Berner - auch ein Verdienst des Trainers.
Loser: Mark Streit (SC Bern). Zugegeben, das ist etwas hart, Streit war nicht der Schlechteste auf dem Eis. Aber gemessen an der Erwartungshaltung war das heute (noch) zu wenig: eine Minus-1-Bilanz, einige Fehlpässe, dazu lenkte er den Puck unglücklich zum 1:2 ins eigene Tor.
Bern - Rapperswil-Jona Lakers 1:3 (1:1, 0:2, 0:0).
PostFinance-Arena. - 15'431 Zuschauer. - SR Prugger, Kaderli/Rohrer. - Tore: 6. Earl (Geiger) 0:1. 15. Gardner (Rubin, Streit/Ausschluss Geyer) 1:1. 27. (26:36) Sven Berger (Rizzello, Hürlimann/Strafe angezeigt) 1:2. 27. (26:58) Kolnik (Burkhalter, Earl) 1:3. - Strafen: keine gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Roche; Adrian Wichser.
Bern: Bührer; Kinrade, Streit; Roche, Beat Gerber; Jobin, Philippe Furrer; Collenberg, Hänni; Caryl Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Rubin, Gardner, Bertschy; Danielsson, Vermin, Pascal Berger; Déruns, Flurin Randegger, Scherwey.
Rapperswil-Jona Lakers: Aebischer; Welti, Sven Berger; Camenzind, Gmür; Geiger, Geyer; Neukom, Büsser; Kolnik, Burkhalter, Earl; Jörg, Duri Camichel, Nils Berger; Riesen, Adrian Wichser, Sejna; Thibaudeau, Hürlimann, Rizzello.
Bemerkungen: Bern ohne Höhener und Ritchie, Rapperswil-Jona Lakers ohne Derrick Walser und Winkler (alle verletzt). - 25. Timeout Rapperswil-Jona Lakers. - 32. Lattenschuss Thibaudeau. - Bern von 59:32 bis 59:51 ohne Goalie.

